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Ausstellung Marktgeschichte

Hotspot der Geschichte im Kastnerhaus – Ein Jahrtausend Markt Langquaid

Nach den großen Erfolgen der verschiedenen voran gegangenen historischen Ausstellungen, insbesondere “Zu Baiern loblich gefreyt – Der Markt Langquaid und seine Bezüge zum Haus Wittelsbach” und zuletzt über sechs Jahre  “Markt Langquaid- Geschichte-Kultur-Kunst”  im Wirtschaftsstadel des Obermünsterers, hat die historische Ausstellung nun eine neue dauerhafte Bleibe gefunden: In den ansprechenden, historisch sehr gut passenden Räumlichkeiten im Kastnerhaus am Marktplatz 1. Es versteht sich, dass auch dieses Mal wieder Konzeption und Präsentation völlig neu gestaltet wurden. Wie bewährt, haben der Historiker Professor Dr. Gerhard Waldherr und Museumspädagogin Regine Leipold vom namhaften Regensburger Kulturbüro Cultheca Regie geführt.

Wie in den vorangegangenen Ausstellungen,  werden auch hier wieder interessante Kapitel der Langquaider Marktgeschichte aufgeschlagen, die durchaus exemplarisch für die Entwicklung der Region sind

Die Ausstellung bietet – ähnlich wie der Markt selbst – eine unglaubliche Fülle an interessanten, bislang oft unbekannten Fakten und Details zur Geschichte, Kultur und Kunst Langquaids sowie der ganzen Region und lässt auch beim wiederholten Besuch viel Neues entdecken. Eine neue Medienstation und ein sehr flexibles Nutzungskonzept bieten die Möglichkeit zu immer wieder neuen Veranstaltungen und Präsentationsmöglichkeiten.

Inhaltlich stehen natürlich weiterhin die Langquaid prägenden Themen im Vordergrund, beispielsweise die Bezüge des Hauses Wittelsbach zu Langquaid von der Markterhebung bis zum  Krankenhausbau, Markt und Marktrecht als herrschaftliches und wirtschaftspolitisches Instrument – Freiheiten und Privilegien, Rechte und Pflichten eines Marktortes, die Rolle Langquaids als Station auf der legendären sogenannten „Ochsenstraße“ und beim Ochsenhandel, Langquaids Hopfen- und Biergeschichte, die Bedeutung als Hopfensiegelbezirk und der großen Langquaider Brauerdynastien, oder das Kanzleiwesen, ausgehend von der Urkunde zur Marktrechtsbestätigung von 1659, die bis heute im Original im Besitz des Marktes ist. Und erneut wurden die Inhalte nochmals erweitert. Beispielsweise um interaktive Karten, welche die Geschichte der Marktplatzhäuser erzählen oder über die zahlreichen Bodendenkmäler Langquaids und Umgebung informieren. Eine Reihe Exponate wurde aus der vorherigen Ausstellung übernommen. Vieles wird aber in ganz neuer Form  präsentiert. So wurde beispielsweise die chronologische Übersichtstafel zur Marktentwicklung seit dem 12. Jahrhundert nun dreidimensional und interaktiv. Hier können nun im wahrsten Sinne Türchen zu den verschiedenen Epochen bzw Wittelsbacher Regenten und ihren Bezügen zu Langquaid geöffnet werden.

War bislang nur die Replik eines bronzezeitlichen Beils als Hinweis auf die Zeit vor der Markterhebung in der Ausstellung zu sehen, wird nun dem Fakt Rechnung getragen, dass bereits seit ca. 8000 Jahren eine Anwesenheit von Menschen in der Region belegt ist. Der Depotfund aus der frühen Bronzezeit (2200 – 1600 v. Chr.), dem das ausgestellte Randleistenbeil angehörte, ist archäologisch sehr bedeutsam und wird als “Typ Langquaid” geführt.

Die jüngere Phase der Frühbronzezeit (17. Jahrhundert v. Chr.) wird entsprechend nach diesem Fundkomplex auch „Langquaid-Horizont“ genannt. Somit ist der Name Langquaid allen Prähistorikern in ganz Europa wohlbekannt. In der Medienstation befindet sich nun zudem  eine  Bodendenkmalskarte mit Erläuterungen des Kreisarchäologen Dr. Joachim Zuber.

Neu ist auch ein Ausflug in Langquaids Schulgeschichte, die eng mit dem Thema Bier verflochten ist. Denn die Bierbrauereheleute Obermair stifteten 1809 das erste Schulgebäude. Und so darf natürlich auch ein Blick in die einst so bedeutsamen sechs Brauerdynastien Langquaids nicht fehlen.

Gefördert wird das Ausstellungsprojekt im Rahmen des Programmes „Soziale Stadt“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der Länder.

Seit der Eröffnung am Tag der Städtebauförderung am 5. Mai ist der Hotspot der Geschichte wieder regelmäßig zu sehen, bei allen Langquaider Märkten zum Beispiel, bei den historischen Marktführungen und natürlich nach Vereinbarung.
Nähere Informationen erteilt gerne das Büro Soziale Stadt, Hintere Marktstraße 20, 84085 Langquaid, Tel.: 09452/912-16 (Mo bis Do Vormittag), Anfragen auch gerne per E-Mail: sozialestadt@langquaid.de. Aktuelle Infos auch stets auf der Markt-Homepage

Der Eintritt ist frei.


Ausstellung “4000 Jahre versteckt – der Schatz von Langquaid”

Seit Juli letzten Jahres wird im Rahmen der Ausstellung „4000 Jahre versteckt – der Schatz von Langquaid“ für begrenzte Zeit im Haus der Begegnung am Marktplatz 25  ein ganz besonderer Fund aus der Bronzezeit gezeigt. Dieser besondere Schatz kann auf vielfältige Art erkundet werden und bietet immer auch eine Reise in die Frühe Bronzezeit, in die Lebensweise unserer Vorfahren vor 4000 Jahren.

Die Besucher können die Originale aus nächster Nähe betrachten und so die Kunstfertigkeit und das handwerkliche Geschick unserer Vorfahren erleben. Sie können aber auch ein nachgebautes Langquaid-Beil in die Hand nehmen.

Über den Schatzfund hinaus erfährt man Interessantes zum Leben in der Frühbronzezeit. Wie wohnten die Menschen damals? Was haben sie gegessen? Was hat man mit den Objekten des sogenannten  Hortfundes gemacht? Wo kam die Bronze her? Was ist ein Hortfund und warum wurde er vergraben?

Den Ausstellungsbesuchern stehen viele Möglichkeiten offen, vom einfachen Ausstellungsbesuch mit Lektüre der interessanten Bannertexte, einem spannend gestalteten Kinder-Quiz über Führungen bis hin zu Workshops, die jeweils auf Vorwissen und Altersstufen angepasst werden.

Die Ausstellung ist zu allen fünf Langquaider Markttagen von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Um 14 Uhr findet jeweils eine öffentliche Führung statt. Gruppenbesuche können jederzeit nach Voranmeldung vereinbart werden.

Die  Öffnungszeiten am ersten Sonntag des Monats werden ab Februar vorerst nicht mehr angeboten.

Interessante Fachvorträge zu diesem Thema werden am 31. März um 19 Uhr durch Dr. Heiner Schwarzberg, Leiter der Archäologischen Staatsammlung München und am 28. April um 19.30 Uhr durch Dr. Joachim Zuber, Kreisarchäologe angeboten. Beide Vorträge finden in der Markt-Bücherei statt.

Nähere Informationen erteilt gerne das Kulturbüro Cultheca – kulturpädagogik und kommunikation

Telefon: 0941 / 69 89 69 46, E-Mail: info@cultheca.de

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