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Unternehmerfrühstück bekräftigt Vereinbarung

Vor drei Jahren wurde der Ausbildungspakt samt Ausbildungsgarantie mit den drei Säulen örtliche Betriebe, Markt Langquaid und Franziska-Obermayr-Schule ins Leben gerufen. Die Corona-Pandemie machte bald danach einen dicken Strich durch die engagierte Rechnung, so dass nach Jahren mit gedrosselter Tätigkeit dieser für alle Seiten gewinnbringende Bund wieder zu vollem Leben erweckt werden soll. Sinnvollerweise bildete ein Unternehmerfrühstück in der mittelschulischen Mensa den Rahmen, in dem die Vertreter von zwölf Betrieben, der Marktgemeinde und der Sozialen Stadt sowie die FOS-Leitung sich über die zukünftige “Ausbildung in Langquaid” austauschten.

Vierfache Win-Situation
Eröffnet hatte die etwa 90-minütige Veranstaltung Rektor Werner Maier, der von einer vierfachen Win-Situation sprach, in der alle vier Beteiligten den Pakt aktiv gestalten, Leistungen erbringen und von der Kooperation profitieren werden. So müssen die Mittelschüler u.a. den “Quali”, eine vollständiges Ausbildungsportfolio, ein angemessenes Arbeits- und Sozialverhalten und auch ehrenamtliches Engagement vorweisen können. Auch die Betriebe – inzwischen gehören fast 40 Unternehmen dem Pakt an, weitere zwei sind auf dem Sprung – bringen sich ein, indem sie beispielsweise einen Ansprechpartner benennen, in der Schule vorstellig werden sowie Praktikums- und Ausbildungsplätze garantieren. Die Mittelschule selbst vernetzt sich noch mehr mit den Betrieben, intensiviert die Berufsorientierungsmaßnahmen und Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen und pflegt eine umfangreiche Kontaktbörse. Schließlich gewährt der Markt Langquaid in jeglicher Form Unterstützung, stellt finanzielle Mittel bereit und hilft beim Netzwerkaufbau.
Erster Bürgermeister Herbert Blascheck war voll des Lobes über dieses “Modell mit Ausbildungsgarantie”, das es in dieser Form nur noch ein weiteres Mal in Niederbayern gäbe. Auch sei es ihm ein Anliegen, dass die Eltern verstärkt mit ins Boot geholt werden. Als äußerst positiv empfand Soziale-Stadt-Managerin Brigitte Kempny-Graf, dass bei diesem Ausbildungspakt ehrenamtliches Engagement ausdrücklich erwünscht sei und den Schülern Bonuspunkte im Bewerbungsprozess bringe.

Probleme und Möglichkeiten
In der ergiebigen Diskussionsrunde wurde offenkundig, dass auch der Teilnehmerkreis derzeit einen quantitativen, aber teilweise auch qualitativen Mangel an / bei Auszubildenden sieht, der sich auf Abgänger und Bewerber nahezu aller Schularten bezieht. Die Ansprüche in den Handwerks- wie Dienstleistungsberufen seien sicherlich höher geworden. Mehr als beispielsweise unzureichende sprachliche Kenntnisse, die im mündlichen wie schriftlichen Ausdruck zutage treten, erschwerten bestimmte Verhaltensformen den Arbeitsalltag und den Umgang miteinander. Auf ein passendes Arbeits- und Sozialverhalten sollte nicht erst im Jugendalter wieder mehr geachtet werden. So seien ein fester Handschlag – außerhalb der Corona-Zeiten – und eine respektvolle Anrede keine Relikte der Vergangenheit, wie einige Unternehmer zu erkennen gaben. Außerdem würden Betriebsinhaber, Ausbilder und Azubis auf Wunsch gerne in der Mittelschule vorstellig werden, um die Abschlussschüler aus erster Hand mit den Erfordernissen der künftigen Arbeitswelt vertraut zu machen.

Vorbildlicher Berufswahlprozess
Schulleiter Werner Maier, sich der angesprochenen Probleme durchaus bewusst, verwies auf die zahlreichen laufenden Aktionen im bereits in der 5. Klasse startenden Berufswahlprozess, die in diesem Schuljahr – voraussichtlich im März, April – durch eine Ausbildungsmesse an der Franziska-Obermayr-Schule ergänzt werden sollen. Er warb hierfür um zahlreiche Beteiligung der Betriebe aus Langquaid und der gesamten Umgebung und um weiterhin gute Zusammenarbeit zum Wohle der Schüler, aber auch der anderen “Winner” des wiederbelebten Ausbildungspaktes.

Bild: Unternehmerfruehstueck… – Rektor Werner Maier wirbt beim Unternehmerfrühstück für den Ausbildungspakt
Text/Foto: Martin Zeilhofer

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