09452 912-0 rathaus@langquaid.de

Die bundesweite Aktion „Girlande der Schande“ sollte kürzlich Menschen auf die globale Vermüllung und auf die weit verbreitete Müllblindheit aufmerksam machen. Es versteht sich, dass die Gruppe Cleanup Langquaid, die regelmäßig ehrenamtlich den schönen Markt und die Natur ringsum von vielem unbedacht Weggeworfenen befreit, auch hier dabei war. Gesammelt wurde dieses Mal im Marktweiher-Naherholungsgebiet. „Erschreckend, wie viel Müll wir in kürzester Zeit hier gesammelt haben“ waren sich die Gruppen-Mitglieder einig. „Wir gehen durch den Alltag und nehmen häufig den Müll gar nicht mehr wahr, da wir uns bereits daran gewöhnt haben. Obwohl das Müllproblem nicht nur hier, sondern überall auf der Welt fast gleichermaßen besteht, findet es nach wie vor zu wenig Beachtung“, schildert Nicole Nagel stellvertretend für alle Sammler die Situation.

Auch Bürgermeister Herbert Blascheck sammelt häufig mit und machte sich  bei dieser Aktion ebenfalls persönlich ein Bild. Er dankte allen Helferinnen und Helfern, die –corona-gerecht- nur in Zweier- oder Familiengruppen für die Sauberkeit und die Schärfung des Umweltbewusstseins ihre Freizeit regelmäßig einbringen.

Info
Diese deutschlandweite Kampagne “Girlande der Schande”, initiiert von den „Stinknormalen Superhelden“, soll unter anderem dazu beitragen, ein größeres Umweltbewusstsein zu schaffen. Der Aufruf erfolgte im Cleanup network aus Stuttgart, in der Cleanup Langquaid sowie deutschlandweit bereits über 100 Umweltschutz- Initiativen gelistet sind. Durch die Girlande soll ein Denkanstoß übermittelt werden. Durch den aufgehängten Müll kann sehr anschaulich das reale Problem aufgezeigt werden. Manch einer realisiert erst dadurch, wie unachtsam wir teilweise mit unserer Umwelt umgehen. Nicht immer wird der vorhandene Abfalleimer genutzt und der Müll hingegen aus purer Bequemlichkeit in der Natur entsorgt. Man ist sich den Folgen nicht bewusst. Früher oder später entsteht aus Plastik Mikroplastik (auch Masken bestehen aus Plastik), welches wieder zu uns zurückkommt. „Bestimmt hat der ein oder andere bereits davon gelesen oder gehört, dass wir pro Woche die Menge an Plastik einer Kreditkarte aufnehmen“ schildert Nicole Nagel die Situation. Ein erschreckendes Beispiel um das eigene Handeln und Verhalten zu überdenken und vorhandene Abfalleimer zu nutzen. Wir produzieren Berge an Müll, die eine immer größer werdende Belastung für uns und unsere Erde darstellen. Unmengen an Energie und Ressourcen (Plastik besteht aus Erdöl) werden verbraucht für Produkte, die Vielfach nur einmalig genutzt werden und in der Umwelt landen. Dort stellen sie nicht nur ein ästhetisches Problem dar.

Cleanup informiert des Weiteren über folgende Fakten:

  • Durch Corona sind die Müllberge weiter angewachsen.
  • der stetig wachsende Müll verschmutzt Wälder, Felder, Straßen und Meere.
  • Essen to Go in Plastikschalen, FFP 2 Masken und zugehörige Verpackungen sowie neuerdings Selbsttests finden sich in der Natur
  • Jährlich gelangen mehr als 10 Mio. Tonnen Abfälle in die Ozeane. Tausende Meerestiere sterben, indem sie Plastik auffressen oder sich bspw. in alten Fischernetzen verheddern. (nabu.de)
  • Auch unser Müll von hier wird durch den Wind in Bäche geweht. Von dort gelangt er in Flüsse und somit letztlich ins Meer.
  • Durch die Pandemie ist die Zahl der Menschen in der Natur rasant gestiegen. Wandern und Spazieren war selten so beliebt
  • Allerdings hinterlässt der Mensch sehr häufig seinen Müll in der Natur: Dosen, Flaschen, Plastikverpackungen und vor allem Zigarettenstummel sind der häufigste Müll weltweit. Dies alles kann zur Gefahr für Mensch und Tier werden. Durch Glasflaschen oder Scherben in der Natur kann es in den kommenden Monaten der heißen Jahreszeiten bei Trockenheit und Dürre zu Bränden kommen
  • Wir verwenden zu viel Plastik, was unseren Planeten krank macht.
  • Sehr einfach kann weniger Müll produziert werden, indem wir:
  • Leitungswasser oder Wasser aus Mehrwegflaschen trinken, anstatt Einwegflaschen zu verwenden
  • Eigene Stofftaschen mitnehmen und Proviant in eigene Behälter und Flaschen füllen und somit sehr viel Müll einsparen
  • im Supermarkt auf Extra Plastiktüten in der Obstabteilung verzichten
  • Taschenascher benutzen und somit die Umwelt und das Grundwasser entlasten
  • 2018 gab es insgesamt 19 Mio. Verpackungsabfälle (Umweltbundesamt)
  • 417 Mio. Tonnen Müll sind 2018 in Deutschland angefallen
  • Davon waren etwa 38 Mio. Tonnen aus deutschen Haushalten/ pro Kopf sind das 455 kg/pro Tag mehr als 1 kg Müll pro Einwohner (quarks)

 

Click to listen highlighted text!