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60 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Tourismus, Kultur und Sozialem haben auf der Leader-Regionalkonferenz im „Burgmayerstadl“ in Langquaid über die Zukunft des Landkreises gebrütet. Wo sind unsere Stärken, wo unsere Schwächen? Wo gibt es Chancen, wo liegen die Risiken? Was sind unsere Visionen und Ziele? Welche Projekte sollen angestoßen werden? Die Ergebnisse sind die erste wichtige Grundlage für das zukünftige Leader-Konzept für den Landkreis Kelheim. Das Leader-Konzept, die sogenannte Lokale Entwicklungsstrategie, ist die wesentliche Grundlage für die Bewerbung für die nächste Leader-Förderperiode.

Die wichtigste Botschaft überbrachte Dieter Ofenhitzer, vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium: Leader habe sich bestens bewährt. Es gehöre zu den wichtigsten Förderinstrumenten im ländlichen Raum und werde daher von der Europäischen Union sicher weitergeführt. Die Mittelausstattung betrage fünf Prozent des Eler-Fonds, die Höhe hänge jedoch aktuell auch von den Brexit-Entwicklungen ab. . Die nächste Förderperiode 2020 – 2027 werde den Fokus stärker auf Klima und Umweltschutz haben. Seine Botschaft: „Nutzen Sie dieses Förderinstrument, um ihre Region kreativ voran zu bringen, sie waren und sind hier bestens aufgestellt.“ Die „klare Ansage“ des Ministeriums kommt gut an.

Landrat Martin Neumeyer, zudem Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe im Kreis Kelheim, freute sich über diese klare Ansage des Ministeriums für die Zukunft. „Das motiviert uns. Leader war, ist und wird auch in Zukunft eines unserer wichtigsten Gestaltungswerkzeuge sein. Die Passionsspiele in Altmühlmünster, das Theater am Bahnhof in Abensberg oder die Schwoagara Dorfbühne – es würde sie nicht geben. Die Inszenierung des Nibelungenlieds auf Schloss Prunn stehe kurz vor der Bewilligung.

Die Regionalkonferenz für den Landkreis Kelheim schnürte ein Paket mit neuen Leader-Ideen. „Mit Leader können wir ein Kulturerbe neuartig in Szene setzen“, so der Landrat weiter, „das Oxenhaus in Bachl, das Steinbacher Hopfenhaus, das Dorfgemeinschaftshaus in Adlhausen, der Dorfstadl in Sandsbach oder das soeben bewilligte Hirthaus in Hattenhausen – unverzichtbare Treffpunkte, um das Dorfleben aufrecht zu erhalten. Eine Vielzahl an Tourismusprojekten, Maßnahmen zum Grund- und Trinkwasserschutz in der Hallertau und im Jura, Dolinen- und Erosionsschutzmaßnahmen bis hin zur Brückenpflege, dem Netzwerk Demenz oder der neuen Geschäftsstelle des Hospizvereins, die in Kürze fertiggestellt ist. Leader ist enorm vielfältig, aber Leader hat immer etwas gemeinsam: Es kommt von den Menschen vor Ort, es wird nicht von oben aufgestülpt. Und genau das ist das Erfolgsrezept“.

Auch Langquaids Bürgermeister Blascheck wies in seinem Grußwort auf die Wichtigkeit der Leader-Förderinitiative hin. „Leader ist ein Förderinstrument für Bürger. Für Ideen, die von den Menschen vor Ort eingebracht, entwickelt und gemeinsam umgesetzt werden. Hier kommt die Europäische Union bei den Bürgern an – und das ist wichtig“, sagte Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck, der zudem Mitglied im Leader-Entscheidergremium ist.

„Leader bietet uns Möglichkeiten, über den Tellerrand hinausblicken. Wir dürfen und wir sollen Querdenken“, so die Botschaft von Klaus Amann von der Leader-Geschäftsstelle beim Landschaftspflegeverband Kelheim VöF an die Konferenzteilnehmer.

Eine Fülle an Projektideen wurden formuliert wie zum Beispiel: Blogger für regionale Produkte und regionales Essen, „Regenwurm-Projekt“ zur verbesserten Wasserinfiltration in die Böden, verstärkter Holzeinsatz in der Region, Heckenpflanzinitiative als Bodenschutz und Verbissvorbeugung im Wald, verstärkte Regenrückhaltemaßnahmen in der Fläche, Radwegenetz ausbauen, zudem Radstationen und Leihsysteme, solidarische Landwirtschaft – Stichwort nachvollziehbare Nahrungskette, verbesserte Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung, mobiles Hüttendorf für Veranstaltungen, Dorfladen / Treffpunkte im Dorf, Jugendtreffs, Erlebnis-Bauernhof, Dorfbus für Dorfbewohner, Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung, Ökologisch, barrierefreie Mehrgenerationenhäuser, Seminar- und Kulturraum, ambulant-stationäre Vernetzung, Telemedizin, Verbesserter ÖPNV, verbesserte Einstiegsmöglichkeiten in Pflegeberufe

Moderator Prof. Dr. Alois Heißenhuber von der TU München-Weihenstephan, meinte bei der Vorstellung der Ergebnisse im Plenum: „Die Arbeitsgruppen waren bunt besetzt. Dies spiegelt die Meinungsbildung in der Gesellschaft wider und ist eine erste wichtige Voraussetzung zur Akzeptanzfindung der Projekte.“ Abschließend wies Klaus Amann wies darauf hin, dass weitere Projektvorschläge gerne an die übermittelt werden können. Kontakt: klaus.amann@voef.de

 

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