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Die Regierung von Niederbayern hat der Grund- und Mittelschule mit sofortiger Wirkung den Namen Franziska-Obermayr-Schule verliehen. Schulamtsdirektorin Sabine Meier, Rektor Werner Maier, Konrektor Bernhard Zierer und Bürgermeister Herbert Blascheck stellten den neuen Schulnamen gemeinsam mit Schülern der Grund- und Mittelschule nun offiziell vor.

Mit der Namensgebung wird die Obermayr-Schulstiftung aus dem Jahr 1809 gewürdigt, mit der der Markt Langquaid das erste nachweisebare eigene Schulhaus erhalten hat. Neben dem sozialen Engagement des Ehepaars für den Markt wird mit der Benennung nach Franziska Obermayr, durch die die Schulstiftung erst wirksam werden konnte, auch die Besonderheit herausgestellt, dass eine Frau in der damaligen Zeit bei der Entscheidung für eine Stiftung eine so bedeutende Rolle gespielt hat. Gleichzeitig wird damit auch die Stiftungsleistung des Ehemannes nicht gemindert, da er mit dem Familienname im neuen Schulnamen automatisch genannt ist.

Hintergrund:

Am 9. Juni 1807 verfügten die Eheleute Franziska und Augustin Obermayr in ihrem gemeinschaftlichen Testament, dass ihr Haus am Marktplatz (heute Marktplatz 4) nach ihrem Tod als Schule gestiftet werden sollte. Erst wenige Jahre zuvor, 1801, hatte der Braumeister Obermayr das Gebäude als Wohnstatt und Brauerei des Klosters Geisenfeld erworben. Zusätzlich zu ihrem ehemaligen Wohnhaus stattete das Ehepaar seine Stiftung noch mit einem kleinen Acker und einem Waldstück aus, aus denen der jeweilige Lehrer u.a. Brennholz für den Winter und Lebensmittel für den Eigenbedarf gewinnen konnte. Die Baulast für das Schulhaus wurde dem Markt übertragen. Nur wenige Tage nach der Testamentssetzung starb Augustin, seine Frau Franziska zwei Jahre später. Nach ihrem Tod im Jahre 1809 wurde die Schul-Stiftung rechtskräftig. Am 9. Oktober 1809 begann für 52 Schülerinnen und Schüler der Unterricht in ihrer neuen Schule. Erst 1802 war in Bayern die allgemeine Schulpflicht für Knaben und Mädchen zwischen dem 6. und dem 12. Lebensjahr eingeführt worden. Der Grabstein des Stifterpaars befindet sich noch heute an der Außenwand der Langquaider Pfarrkirche gleich rechts neben dem südlichen Kircheneingang. Stolz ziert das Brauersymbol die Steinplatte aus Jurakalk. In der Inschrift werden die Stifter in der für das beginnende 19. Jahrhundert typisch überschwänglichen Sprache als „Freunde der Menschheit“ für ihre „ungeheuchelte Frömmigkeit, ihre Redlichkeit und ihre Wohltätigkeit“ gerühmt. Das „Obermayr-Schulhaus“ am Marktplatz war bis zum Jahr 1928 Schule

 

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