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Reichlich Information und Beratung rund um das Thema Minijob gab es jüngst im Mehrgenerationenhaus. Bei einer Wanderausstellung mit informativer Auftaktveranstaltung und verschiedenen Beratungsangeboten der Arbeitsagentur wurden Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber hierzu sehr umfassend aufgeklärt (siehe separaten Bericht).
Dass sich alle im Minijob Tätigen oder daran Interessierten auch im Hinblick auf die spätere Rentensituation genau informieren sollten, wurde einmal mehr im Vortrag “Minjobs – Armutsfalle im Alter?” deutlich, der im Nachgang der Ausstellung im Mehrgenerationenhaus angeboten wurde. Referent Manfred Steibl vom Beratungsdienst der Deutschen Rentenversicherung, Bayern Süd vermittelte zunächst viel Wissenswertes allgemein rund um das Thema Rente, wobei sich zeigte, dass man sich schon sehr früh, bereits in jungen Jahren, gründlich damit  auseinandersetzen sollte. Ganz besonders auch, wenn als alleinige Tätigkeit eine geringfügige Beschäftigung eingegangen wird. Wer seit 1.1.2013, heutzutage einen Minijob (bis 450 Euro) aufnimmt und diesen nicht nur kurzfristig ausübt, ist in der Rentenversicherung automatisch pflichtversichert. Dies hat zur Folge, dass der Arbeitgeber vom Lohn den Beitragsanteil in Höhe von aktuell 3,6 Prozent einbehält. Bei einem Verdienst von 450 Euro ergibt sich somit z. B. ein Eigenbeitrag von 16,20 Euro. Der Beitragsanteil des Arbeitgebers beträgt 15 Prozent. Für geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten gelten andere Prozentsätze.

Die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen, sei aber nur in wenigen Ausnahmefällen empfehlenswert, machte Steibl deutlich. Die regelmäßigen Einzahlungen in überschaubarer Höhe hätten dagegen viele Vorteile: Sie  erhöhen zum einen den späteren Rentenanspruch. Viel wichtiger sei aber, dass vollwertige Pflichtbeiträge erworben werden. Dadurch kann sich der Minijober das komplette Leistungsangebot der gesetzlichen Rentenversicherung sichern. Unter anderem kann der Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung oder Leistungen zur Rehabilitation aufrechterhalten bzw. begründet werden. Ist der Ernstfall erst einmal eingetreten, ohne dass zuvor Beiträge geleistet wurden, können keine Leistungen mehr beansprucht werden. Die Möglichkeit zur Nachzahlung bestehe nicht, klärte der Rentenexperte auf. Im Minijob Rentenversicherte können außerdem die staatlichen Zulagen zur Riester-Rente beanspruchen.

Mangelnde Information und allzu große Sorglosigkeit in jungen Jahren können sich im Alter rächen, stellte Steibl klar.  Hochinteressant war dabei auch sein Blick auf die aktuelle Verteilung der Altersrenten, sowohl bundesweit als auch im Landkreis Kelheim. Insbesondere Frauen seien hier mit Rentenansprüchen oft  weit unter dem Existenzminimum. So erhielten zum 31.12.2017 6062 Frauen im Landkreis eine Regelaltersrente von 373,95. 11174 Frauen erhielten durchschnittlich 559,51 Euro.

Äußerst anschaulich verdeutlichte der Experte, wie wichtig eine frühzeitige Inanspruchnahme von Beratung sei. Nur so ist gewährleistet, dass der Rentenverlauf vollständig dokumentiert ist und nicht bares Geld vergeben wird, zum Beispiel durch Nicht-Berücksichtigung von Ausbildungs- oder Erziehungszeiten. Eine entsprechende Kontenklärung könne kostenfrei in jedem gemeindlichen Bürgerbüro vorgenommen werden, außerdem sei jederzeit eine kostenfreie Beratung durch die Deutsche Rentenversicherung möglich (siehe Infos unten). Die Vortrags-Teilnehmer konnten noch am gleichen Abend bei Manfred Steibl ihren persönlichen Rentenverlauf anfordern sowie individuelle Fragen stellen, die Manfred Steibl allesamt umfassend beantwortete.

Im Namen des Mehrgenerationenhaus und aller Teilnehmer bedankte sich Brigitte Kempny-Graf abschließend mit einem kleinen Präsent für den hochinformativen Abend.

Info

Terminvereinbarungen im Bürgerbüro Rathaus Langquaid unter Tel. 09452 912-0

Deutsche Rentenversicherung, Gabelsbergerstraße 7, 93047 Regensburg, Tel. 0941 7989-0

Sprechtag – (Altes Rathaus, Erdgeschoss, Besprechungszimmer 23), Ludwigsplatz 15, 93309 Kelheim,
Tel. Terminvereinbarung: 0800 6789100 (8.30-12.00)

Kostenloses Servicetelefon
0800 1000 4800

Wer die Ausstellung zum Thema Minijob verpasst hat, kann sich im MGH Langquaid auch weiterhin informieren. Das Büro Soziale Stadt-Mehrgenerationenhaus hält das umfangreiche Infomaterial parat und vermittelt außerdem gerne den Kontakt zu den verschiedenen Beratungsstellen, beispielsweise der lebensbegleitenden Berufsberatung oder der Wiedereinstiegsberatung.

Die nächste Sprechstunde zum Wiedereinstieg in den Beruf findet am 22. Januar von 9 bis 13 Uhr im MGH statt. Die Beratung ist kostenlos, aber es ist eine Anmeldung im Büro Soziale Stadt-Mehrgenerationenhaus, Hintere Marktstraße 20, erforderlich: Tel: 09452 912-16. E-Mail: mgh@langquaid.de.

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