
An einer seit ältester Zeit bedeutsamen Straßengabelung gelegen, entwickelte sich dann in den folgenden Jahrhunderten aus der kleinen Siedlung ein größerer Ort, dessen Name "Langquat" um 1200 erstmals in Urkunden auftaucht. Daß die Siedlung als natürlicher Mittelpunkt eines weiten Umlandes bedeutsame Fortschritte machte, ergibt sich deutlich aus der Verleihung der Marktrechte durch den Bayernherzog vor über 725Jahren und durch die Errichtung einer Zollstation schon wenig später.
Einer der herzoglichen Zöllner, Konrad der Hueber, stiftete 1412 zur Kirche St. Jakob ein Benefizium und sicherte so dem Markt einen eigenen Priester, kirchlich gehörte nämlich Langquaid noch lange Zeit zur Urpfarrei Sandsbach.
Die jetzige Pfarrkirche geht auf eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert zurück und zeigt noch spätromanische Elemente. Im 15. Jahrhundert gab es einen durchgreifenden Umbau im gotischen Stil, und seinen derzeitigen barocken Charakter bekam das Gotteshaus in einer Erneuerung um etwa 1740.
So entwickelte sich also der Markt Langquaid kontinuierlich weiter, doch blieben dem Ort und seinem Umland stürmische Kriegszeiten und damit verbundene schwere Rückschläge nicht erspart, die im Dreißigjährigen Krieg mit mehreren Brandschatzungen einen schlimmen Höhepunkt erreichten. Da ist es kein Wunder, daß wir über die Marktprivilegien und das Marktwappen, das den Hl. Jakobus darstellt, keine Originalurkunden, sondern nur Bestätigungen der verlorengegangenen Dokumente vorfinden, wie z. B. von 1486 von Herzog Albrecht IV. oder 1659 von Kurfürst Ferdinand Maria.
Trotz aller Hemmnisse blühten Handwerk und Gewerbe in den Friedenszeiten weiter auf, und wir wissen aus erhalten gebliebenen Aufzeichnungen manches über das rege Zunftleben in früheren Jahrhunderten in Langquaid. Als in unserem Raum 1809 der Krieg zwischen den französisch-bayerischen Truppen unter Napoleon und dem österreichischen Heer tobte und in der Schlacht von Eggmühl gipfelte, blieb Langquaid gottlob weitgehend verschont.
Im vorigen Jahrhundert nahm der Markt natürlich an der fortschreitenden technischen Entwicklung teil. Ab 1851 war Langquaid eine Poststation, 1875 schuf dann eine Telegraphenstation rasche Verbindung zur weiten Welt. Ein besonderes Ereignis war die Eröffnung der Bahnlinie Eggmühl - Langquaid, um die sich der Langquaider Bürgermeister Münsterer nachdrücklich bemüht hatte.
Ihren Gemeinschaftssinn hatten die Langquaider Bürger übrigens schon früh unter Beweis gestellt, denn sie errichteten 1613 eine Armenstiftung, um notleidenden Mitbürgern in einem Gemeindehaus Unterkunft zu geben. 1856 wurde ein "Arbeiterunterstützungsverein" ins Leben gerufen, der sich zum Ziel setzte, in Langquaid ein Krankenhaus zu errichten, was 1866 verwirklicht werden konnte.
Seine wirtschaftliche Bedeutung als Einkaufs- und Umschlagplatz für ein weites Umland behielt Langquaid über die Jahrhunderte hinweg ungeschmälert, das zeigen die fünf Jahrmärkte im Jahresverlauf neben denen es bis vor 20 Jahren noch einen wöchentlichen Ferkelmarkt auf dem Marktplatz gab. Seit 1891 führt der Markt Langquaid ein eigenes Hopfensiegel und ist einer der Siegelbezirke der Hallertau, wenn auch der Hopfenbau hier seine Bedeutung verloren hat. In unserem Jahrhundert wandelte sich gar manches Althergebrachte, und unter vielen Generationen Gewachsenes mußte der modernen Fortentwicklung weichen.
Hatten die beiden Weltkriege auch unter den Marktbürgern einen hohen Blutzoll gefordert und die wirtschaftlichen Umbrüche wiederum Schwierigkeiten verursacht, so suchten und fanden zahlreiche Heimatvertriebene hier nach 1945 eine neue Basis.
Es entwickelte sich eine rege Bautätigkeit, die um den alten Marktkern weiträumige Siedlungsgebiete wachsen und damit die Einwohnerzahl ansteigen ließ. So ist der Markt Langquaid mit seinem malerischen Marktplatz heute Mittelpunkt einer weiträumigen Verwaltungsgemeinschaft und bietet den mehr als 8.400 Bürgern dieses Raumes alle notwendigen Einrichtungen, angefangen von einer Kinderkrippe, drei Kindergärten über eine moderne Grund- und Mittelschule bis zu den verschiedenen Sportanlagen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Für die gesundheitliche Betreuung sorgen fünf praktische Ärzte, vier Zahnärzte, zwei Apotheken, mehrere Krankengymnasten und Heilpraktiker sowie für die Pflege und Betreuung von Senioren das Seniorenservicehaus. Mittelständische Betriebe geben Arbeitsplätze und im Dienstleistungsbereich sorgen neben den Amtsstellen und den drei Banken zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte aller Branchen für die Befriedigung der Bedürfnisse der Bewohner.
Das Tal der "Großen Laaber" und das bewaldete Hügelland bieten den Erholungssuchenden und Sportlern abwechslungsreiche Wanderwege, und mehrere Gaststätten sorgen für das leibliche Wohl der Besucher.