MGH will Alleinerziehenden Information und Austausch bieten Info-Frühstück war Auftakt

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„Beinahe jede fünfte Familie besteht aus einem alleinerziehenden Elternteil“, ist der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu entnehmen. Für Alleinerziehende gestaltet sich die Organisation des Alltags in Familie und Beruf oft besonders schwierig. Häufig fehlt zudem sozialer Rückhalt durch Großeltern, Nachbarn und Freunde.

Im Rahmen der Programme Soziale Stadt und Mehrgenerationenhaus soll nun allen, die ohne Partner oder Partnerin Kinder erziehen, mehr Hilfe in Form von Beratung, Information und Gelegenheit zum Austausch geboten werden. Auftakt war jüngst ein gemeinsames Frühstück, zu dem auch Brigitta Hable, Leiterin der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle Kelheim der Katholischen Jugendfürsorge und Praktikantin Manuela Schindler eingeladen waren. Ebenso Petra Wickert vom Caritas Team Schule und Leiterin der Offenen Ganztagsschule der Grundschule Langquaid, die ein Aufgreifen der Thematik im MGH angeregt und die Veranstaltung mit organisiert hatte.

Brigitta Hable stellte zunächst die Angebote der Beratungsstelle vor und berichtete über die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten gerade auch für Alleinerziehende. Bei 58 Prozent der ratsuchenden Familien lebe das Kind entweder bei einem oder bei keinem der Elternteile. Zum Angebot der Beratungsstelle gehöre beispielsweise die Einzelfallhilfe ebenso wie der begleitete Umgang oder Mediation beispielsweise zur Erzielung einvernehmlicher Umgangsregelungen. Auch Prävention und Vernetzung gehöre zu den maßgeblichen Aufgaben. Viele der Klienten der Beratungsstelle kämen nach einer Trennung oder Scheidung, da sich hier oft multiple Probleme auftun, so Hable. Auch viele Familien mit Migrationshintergrund suchten Rat bei der KfJ, wobei hier Sprachbarrieren und ein Mangel an Dolmetschern die Beratung sehr erschwerten, schilderte die Leiterin.

Von allen Anwesenden sehr beklagt wurde die Unterversorgung mit Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten im Landkreis. Ein wichtiges Ziel wäre die Einrichtung einer Instituts-Ambulanz oder einer Tagesklinik, waren sich alle einig. Aus dem Kreise anwesender Mütter wurden insbesondere Fragen zu den Beratungsmöglichkeiten nach einer Trennung gestellt. Brigitta Hable zeigte vielfältige Möglichkeiten auf. Enorm viel gelte es hier zu klären, vor allem zum Kindeswohl. Wichtig sei, sich frühzeitig um Beratung zu bemühen. Petra Wickert regte an, langfristig einen Wegweiser für Alleinerziehende zusammen zu stellen, der Kontaktdaten zu den wesentlichen Beratungsinstitutionen gibt.

Äußerst glücklich schätzten sich die Langquaider Mamas, dass vor Ort ausreichend Kitaplätze zur Verfügung stehen, die zudem bezahlbar seien. Ebenso für ältere Kinder Ganztagesklassen und offene Ganztagesbetreuung an Grund- und Mittelschule. Großes Lob von allen Seiten gab es auch für einen sehr familienfreundlichen Arbeitgeber, der unter anderem durch Arbeitszeiten- Flexibilität viel zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beiträgt. Flexible Arbeitszeit- und -platzmodelle oder auch Arbeitgeberzuschüsse zu Kitaplätzen sind wesentliche Hilfen, gerade für Alleinerziehende, bestand Einigkeit.

Brigitte Kempny-Graf und Melanie Hase machten auf die zahlreichen bestehenden MGH-Angebote für junge Familien aufmerksam, wie unter anderem die monatlichen Babysprechstunden mit Hebamme und Kinderkrankenschwester Sandra Lanzl und dem Projekt Koki, die Elternberatungstunden zur Kindesentwicklung mit den Ergotherapeutinnen Gabriele Wicher und Susann Richter oder auch die zahlreichen Info-Vorträge.

Um den Bedürfnissen Alleinerziehender besonders gerecht zu werden, sollen zudem spezifische Angebote geschaffen werden wie beispielsweise die Möglichkeit zum regelmäßigen offenen Treff. Alle Interessierten sind eingeladen, ihren Bedarf oder Anregungen an das Büro Soziale Stadt-Mehrgenerationenhaus zu melden, entweder per E-Mail unter mgh@langquaid.de oder telefonisch unter (09452) 912-16 im Büro Soziale Stadt-Mehrgenerationenhaus, Hintere Marktstraße 20, das gerne für alle Infos zur Verfügung steht. Die Bürozeiten sind Montag bis Donnerstag, jeweils 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr (während der Schulferien Di und Do) und nach Vereinbarung.

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