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Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer machte im Rahmen des Abschlusses der großen Visitation im Dekanat Kelheim auch einen Abstecher nach Langquaid. Dabei informierte sich der Oberhirte der Diözese Regensburg über die Einrichtungen des Mehrgenerationenhauses und des Seniorenservicehauses. Empfangen wurde er dort von den Kindern des Langquaider Waldkindergartens mit denen der Bischof gemeinsam ein Lied sang.

Bürgermeister Herbert Blascheck informierte Bischof Rudolf über das Vorzeigeprojekt „Mehrgenerationenhaus in Langquaid“. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) ist ein bundesweites Programm, initiiert und gefördert durch das Bundesfamilienministerium. Der Markt Langquaid wurde 2008 in das Programm aufgenommen. Auch bei den immer wieder erforderlichen Bewerbungen um Weiterförderung hat sich das Langquaider MGH stets erfolgreich bewiesen. Das Mehrgenerationenhaus wurde schnell zu einer beliebten Begegnungsstätte, in der das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Der generationenübergreifende Ansatz gibt den Häusern ihren Namen und ist Alleinstellungsmerkmal: Jüngere helfen Älteren und umgekehrt. Mehrgenerationenhäuser gibt es nahezu überall in Deutschland. Rund 550 Häuser nehmen am Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus teil. Pro Landkreis wird nur ein Mehrgenerationenhaus bewilligt, so dass der Markt Langquaid das einzige Mehrgenerationenhaus im Landkreis Kelheim einrichten konnte.
Die Projektmanagerin „Soziale Stadt“ Brigitte Kempny-Graf gab mit bunten, ansprechenden Bildern einen Einblick über die Vielfältigkeit und das Leben in diesem Mehrgenerationenhaus. Über all die Jahre wurde das Angebot immer wieder bedarfsgerecht angepasst. Generationenübergreifende Angebote wie das Projekt Alt für Jung, bei dem Kinder der Mittelschule oder des Waldkindergartens gemeinsame Zeit mit den Senioren des Servicehauses verbringen, sowie die vielen Beratungs- und Informationsangebote sind einige Beispiele. Enormen Zuspruch aus der erfahren die vielfältigen Fachvorträge zu unterschiedlichsten Themen sowie die diversen Beratungsstunden. Seit Bestehen machen zudem die vielen ehrenamtlichen Angebote, wie die Beschäftigungsnachmittage für Senioren, allen Beteiligten viel Freude. Ein wichtiges MGH-Projekt ist die Nachbarschaftshilfe. „Das MGH ist zum Dach eines ausgesprochen erfolgreichen Miteinanders von Haupt- und Ehrenamt geworden. Das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Bürger, ist ein absolut tragendes Element“, sagte auch Bürgermeister Blascheck.

Im Gebäude des Seniorenservicehauses hat der Markt Langquaid zudem die Räume für das Büro Soziale Stadt und das Mehrgenerationenhaus angemietet. So sind Synergien und ein bewährtes Soziales Zentrum entstanden. Mehrgenerationenhäuser stehen allen Menschen offen – unabhängig von Alter oder Herkunft, lobte Bürgermeister Herbert Blascheck eines seiner Lieblingsprojekte, das immer wieder auch andere Gemeinden auf den Plan ruft. So sei man Pate einer solchen Einrichtung im Markt Mallersdorf-Pfaffenberg.

Am Anfang stand in Langquaid der Ruf nach einem Altenheim, dass in dem seit 20 Jahren leerstehenden du zu einem politischen Zankapfel gewordenen Gebäude des ehemaligen Krankenhauses. Dem Unternehmergeist und den Mut der Familie Wedel war es zu verdanken, dass hier ein Seniorenheim mit einem maßgeschneiderten Konzept für den Markt Langquaid entstehen konnte.
Das Konzept der „Ambulant betreuten Wohngemeinschaften Wedel“ im Seniorenservicehaus, so dessen Chefin Kornelia Wedel und ihr Sohn Florian lautet: „so unabhängig wie möglich – so viel Betreuung wie nötig“. Das entspricht dem Wunsch vieler Menschen, so selbstständig wie möglich zu leben – trotz der Pflegebedürftigkeit. In jüngster Zeit kamen in unmittelbarer Nachbarschaft die Jakobshöfe mit einem Angebot für betreuter Wohnen und dem neuen Sitz und Pflegestützpunkt des Ambulanten Krankenpflegedienstes Wedel als weitere Angebote hinzu. Derzeit so Kornelia Wedel werden 24 Bewohner von 15 Pflegekräften betreut und die Warteliste für einen Heimplatz, so Florian Wedel ist leider lang. Bischof Rudolf besuchte die beiden Wohngruppen, die sich gerade zum Mittagessen versammelt hatten. Er schüttelte den Bewohnern die Hände und sprach ihnen Mut zu. Der Bischof setzte sich zu den Bewohnern und nahm mit diesen das Mittagessen ein – Lauchsuppe, Kaiserschmarrn mit Apfelmus oder Vanillesoße sowie eine leckere Quarknachspeise.

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