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Seltene Tierarten wie Bekassine, Kiebitz, Bruchwasserläufer, Teichmolch & Co. haben ihr Zuhause auf Ökoflächen des Marktes Langquaid

Kürzlich stellte der Markt Langquaid erstmals der Öffentlichkeit mit einer gezielten Aktion einen Teil seiner Ökoflächen vor. Aus zeitlichen Gründen wurden zunächst nur die Flächen in der Südhälfte des Gemeindegebiets vorgestellt. In einer Veranstaltungspause bot der Markt Langquaid darüber hinaus eine Brotzeit und Getränke aus rein biologisch und regional hergestellten Zutaten (auch vegetarisch oder vegan) an.

Anlaß für die in dieser Form bayernweit einmalige Veranstaltung war, so Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck, zum einen das Ergebnis einer Untersuchung, vorgestellt Anfang des Jahres 2018 im Umweltausschuss des bayerischen Landtags, dass in der überwiegenden Mehrzahl der 2040 bayerischen kreisangehörigen Kommunen die gesetzlich vorgeschriebene naturschutzfachliche Entwicklung der sogenannten Ökoausgleichsflächen nur unzureichend geschieht. Da wollten wir zeigen, dass Langquaid, auch nach Angaben des Landratsamt Kelheim, die ökologische Entwicklung seiner als Ausgleich für Versiegelungen in Bau- und Gewerbegebieten geschaffenen Ökoausgleichflächen, bayernweit vorbildlich durchführt. Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutzreferent Markgemeinderat Peter-Michael Schmalz, hat seit nunmehr 10 Jahren die Verantwortung für das professionelle Management dieser mittlerweile 32 Ökoausgleichsflächen übernommen. Blascheck zu den Bürgern vor Ort:

“Unser Umweltreferent Peter-Michael Schmalz ist die treibende Kraft beim professionellen Management der Ökoflächen und die Garantie für die naturschutzfachlich hochwertige Pflege und weitere Entwicklung dieser ökologisch hochwertigen Areale. Erst durch sein Engagement und Ideenreichtum konnten wir einen bayernweiten Spitzenplatz in diesem Bereich erreichen.

Dafür wurde der Markt Langquaid bereits im Jahr 2011 mit der höchsten Auszeichnung des Freistaats Bayern für Engagement im Umweltbereich, der Umweltmedaille, ausgezeichnet.”

Wortwörtlich mit einem Schmankerl wurde die Veranstaltung angereichert, und zwar mit einer kulinarischen Besonderheit, so Umweltreferent Peter-Michael Schmalz. Bei der Veranstaltung wurde nebenbei regionale Verpflegung in Bioqualität (vegetarisch und/oder vegan)  angeboten. Beim Essen wollten wir auf den Umstand hinweisen, dass laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Bundesgesundheitsministeriums und auch den Ernährungsberatungsstellen an den bayerischen Landwirtschaftsämtern in den Ländern der sogenannten Ersten Welt der Fleischkonsum sowohl aus gesundheitlicher als auch auch Gründen des Umweltschutzes derzeit zu hoch ist. Mit dem (freiwilligen) Angebot wollen wir interessierten Bürgern eine Möglichkeit des kostenlosen Testens von alternativer vegetarischer oder vielleicht sogar veganer Brotzeit bieten.

Peter-Michael Schmalz: “Beim Besuch der Flächen sind wir so naturschonend wie möglich vorgegangen. Dabei wollten wir zeigen, in welchem Zustand sich die Flächen vor ihrer ökologischen Aufwertung befunden haben, welche ökologischen Aufwertungsmaßnahmen durchgeführt wurden und in welchem Zeitrahmen das Entwicklungsziel erreicht wird.

Dass die Einrichtung solcher Maßnahmen aber auch die eine oder andere Skepsis bei Grundstücksnachbarn hervorrufen kann, war auch Gegenstand der Diskussionen vor Ort. “Mit unserer Arbeit”, so Bürgermeister und Umweltreferent unisono,  “wollen wir nicht nur gesetzliche Verpflichtungen als lästige kommunale Aufgabe erfüllen, nein wir wollen den Bürgern auch erklären, warum wir sorgsam mit den uns anvertrauten natürlich Lebensgrundlagen umlegen sollten. Dies alles ganz im Sinne der 2015 von Papst Franziskus veröffentlichten Umweltenzyklika Laudato si.”

Bei bestem Wetter konnten dann die Besucher an einem der Hotspots für die Natur, einer neu angelegten Flutmulde mit gut bereits ausgebildeter Flutrasenvegatation mehrere Kiebitze, eine Bekassine, einen Bruchwasserläufer, Schafstelzen, Schwalben usw. sehen. Umweltreferent

Schmalz: “Diese Flutmulde mit wattähnlicher Struktur dient zum einen dem Überleben von stark gefährdeten Vogelarten während der Brutzeit, sowie auch als Zwischenstopp bei ihrem Frühjahrs- und Herbstzug. Zum anderen dient die ca. 2.000 qm große Flutmulde (auch Seige genannt) mit ihrem Fassungsvolumen von über 1.000 cbm bei Starkregenereignissen der dezentralen Wasserrückhaltung, also dem Hochwasserschutz für Unterlieger im Laabertal, wie u. a. dem Hauptort Langquaid selbst.”

Weitere Besichtigungspunkte waren bei Hagenach ein botanisch wertvolles Großseggenried mit innenliegendem Amphibienbiotop, das u.a.

Teichmolchen, Grasfröschen und Erdkröten als Lebensraum dient, sowie bei Bärnpoint und Günzenhofen neu angelegte Streuobstwiesen mit alten Obstbaumsorten. Peter-Michael Schmalz: “Wenn die Hochstamm-Obstbäume ein einigen Jahren größere Erträge bringen, dann planen wir, dass wir das Bio-Obst, sei es als Obst selbst oder in Form von Saft, in den Kindergärten und Schulen Langquaids kostenlos zur Verpflegung zur Verfügung stellen.”

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