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Im Rahmen des boden:ständig-Projekts wurden die beim großen Unwetterereignis im Mai 2016 festgestellten Problemstellen in Leitenhausen, Günzenhofen und Schickamühle untersucht und Maßnahmenvorschläge entwickelt. Erfolgt ist dies in enger fachlicher Abstimmung zwischen dem Landschaftpflegeverband VöF, der  im Auftrag des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern das Projekt boden:ständig im Landkreis Kelheim koordiniert und dem Ingenieurbüro Ferstl, das vom Markt Langquaid beauftragt ist. Das Projekt und die ersten Ergebnisse wurden in einem Bürgerforum im März 2017 vorgestellt und diskutiert. Im Anschluss an das Bürgerforum wurden für Leitenhausen zwei Arbeitsgruppen und für den Bereich Günzenhofen/Schickamühle eine Arbeitsgruppe gebildet, die dann gemeinsam mit den Fachbüros unter Federführung von Projektleiter Diplom-Agraringenieur Felix Schmitt weitere Vorschläge vor Ort erarbeitet haben. Diese Vorschläge wurden mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt.

Maßnahmen:

Bereits umgesetzt wurde der Einbau von drei Querdämmen in einen aufgelassenen Weg aus Richtung Bärnpoint. Damit wird der Abfluss gebremst und im vorhandenen Hohlweg eine Wasserrückhaltung insbesondere für einen verbesserten Schutz für Schickamühle geschaffen.

Als nächster Schritt wird im Bereich Schickamühle auf einer Länge von ca. 60 m ein bestehender Durchlass durch einem größeren Kanal ersetzt. Damit ergibt sich ein größerer Durchfluss, der einen zu schnellen Rückstau verhindern soll. Ebenso wird auch die Wasserführung am Feldstadel in Günzenhofen korrigiert, damit das Wasser aus dem Einzugsbereich nicht mehr in das Dorf läuft, sondern in den Rückhaltebereich „Bärnpoint“.

Im Bereich bei Hagenach wurde bereits durch einen Rohreinbau und einem kleinen Damm im Graben ebenfalls eine Abflussbremse geschaffen, die dann im Hochwasserfall auch zu einem entsprechenden Rückstau führen und damit zu einem verbesserten Schutz von Leitenhausen beitragen wird. Da die Rückhaltung dann auf einer landwirtschaftlichen Fläche erfolgen wird, wurde mit dem betroffenen Landwirt eine Vereinbarung geschlossen, die für den Fall, dass dadurch Ernteausfälle entstehen, auch eine finanzielle Entschädigung regelt.

Als nächster Schritt wird aktuell am Tannenhof, ebenfalls für einen verbesserten Schutz von Leitenhausen am „Hagenachergraben“ ein größerer Querdamm errichtet, der auch hier den Abfluss bremsen und eine größere Rückhaltung schaffen wird. Auch hier wurde mit dem betroffenen Landwirt eine Vereinbarung geschlossen, die für den Fall, dass durch eine mögliche Überschwemmung seines Grundstücks  Ernteausfälle entstehen, auch eine finanzielle Entschädigung regelt.

Umgesetzt wird ebenfalls eine geänderte Wasserführung aus dem Bereich des „Mühlbachs“, der derzeit ungehindert direkt Richtung Leitenhausen abfließt. Hier wird die Fließrichtung verändert und durch den Einbau einer neuen Verrohrung im Kreuzungsbereich bei Adlhausen und die Anbindung der bereits vorhandenen Rohre unter der Staatsstraße das Wasser direkt in die Laber geleitet.

Aktuell in Abstimmung ist das Ingenieurbüro Ferstl noch mit dem Straßenbauamt zum Vorschlag, im Bereich des Kindespielplatzes in Leitenhausen auf einer Fläche des Straßenbauamtes ein Rückhaltebecken mit einem zusätzlichen Abfluss zu errichten.

Ein herzlicher Dank gilt allen Grundstückseigentümern, die bereit waren, im Hochwasserfall ihre Grundstücke als Rückhaltung zur Verfügung zu stellen. Nur so kann der Markt auch baulichen Maßnahmen umsetzen und schließlich eine Verbesserung des Hochwasserschutzes erreichen.

In Adlhausen wurden ebenfalls die Problemstellen im Hochwasserfall festgestellt und analysiert. Auch hier wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die dann gemeinsam mit den Fachbüros weitere Vorschläge vor Ort erarbeiten soll. Eine Grundlage dafür werden die Ergebnisse eines Hochwasserschutzkonzeptes sein, das der Markt Langquaid mit Unterstützung durch das Wasserwirtschaftsamt in Auftrag gegeben hat. Sobald diese Ergebnisse vorliegen, werden auch die weiteren Maßnahmen geplant und dann auch umgesetzt.

Was ist boden:ständig?

Boden:ständig-Initiativen gehen in ganz Bayern das Problem von abfließendem Wasser, das landwirtschaftliche Flächen und Siedlungen gefährdet sowie Bodenabtrag der die Fruchtbarkeit der Böden mindert systematisch an. Im Landkreis Kelheim koordiniert der Landschaftpflegeverband VöF im Auftrag des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern das Projekt in jetzt sieben „boden:ständigen“ Projektgebieten zu denen jetzt auch der Süden des Marktes Langquaid unter der Bezeichnung „Schickamühle“ als vorläufig letztes Projektgebiet im Landkreis aufgenommen wurde. Boden:ständig  ist eine wichtige Weiterführung des Labertalprojektes und stellt sich zugleich neuen Herausforderungen, die durch häufige Starkregen entstehen. Boden:ständig alleine wird Überflutungen nicht verhindern, wie sie im Mai 2016 viele Orte heim gesucht haben  – aber boden:ständig  kann einen wichtigen Beitrag leisten, die Probleme vorbeugend nahe am Entstehungsort anzugehen.

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