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Der Markt Langquaid kann sich auf den Weg zu neuen Zielen machen. Einhellig stimmte der Marktrat in seiner jüngsten Sitzung dem vorgelegten Aktualisierungsvorschlag des „Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept“ (IHEK) zu.

Im IHEK werden die wesentlichen Ziele und mögliche Maßnahmen für alle in einer Kommune wichtigen Handlungsfelder, wie Städtebau, Soziales, Kultur, Ökonomie und Ökologie festgehalten. Es ist als Handlungsleitfaden zum einen Grundvoraussetzung für eine Teilhabe an der Städtebauförderung. „Die hier gesetzten konkreten und bedarfsgerechten Ziele sind aber auch sicherlich ein wesentlicher Faktor der außergewöhnlich erfolgreichen Arbeit des Marktes Langquaid gerade im letzten Jahrzehnt gewesen“, führte Bürgermeister Herbert Blascheck aus.

Erfolgsbeispiele gibt es dabei viele: Städtebaulich wurde Enormes erreicht, hervorragende Sanierungserfolge und eine erfolgreiche Aktivierung privater Investitionen erzielt. Vorbildliche Leistungen und Angebote im Feld „Soziales“, beispielsweise ein kräftiger Ausbau an Betreuungsangeboten für Kinder ebenso wie für Pflege- und Betreuungsbedürftige Ältere oder auch ein Mehrgenerationenhaus mit großem Angebot an Beratungs-, Informations-sowie Freizeitangeboten und hoher Aktivierung ehrenamtlichen Engagements werden vorgewiesen.

Ebenso eine hervorragende medizinische und therapeutische Versorgung mit mehreren Allgemein- und Zahnärzten, Heilpraktikern, Physio- und Psychotherapeuten, Logopädie- und Ergotherapiepraxis, Augenoptiker und zwei Apotheken, nun auch einer Fachärztin für Augenheilkunde, Hörakustiker und Sanitätshaus. Gut aufgestellt ist der Markt ebenfalls auf dem Bildungssektor mit Grund-, Mittel- und einer Volkshochschule. Stark ist die Kommune auch bei Themen wie Ehrenamts-Koordination, Stärkung von Inklusion und Integration.

Im Bereich Lokale Ökonomie beeindrucken insbesondere ein aktives Leerstandsmanagement, intensive Unterstützung der örtlichen Unternehmer, allen voran des Einzelhandels.

Zahlreiche Freizeit- und touristische Angebote, ein hoher Grad an Ausbau und Vernetzung
von Rad- und Wanderwegen sowie generell die „Lebendigkeit“ des Marktkernes durch unterschiedlichste Maßnahmen, all diese Punkte wussten auch unabhängige Analysten bei der Neufassung des Handlungskonzeptes zu überzeugen.

„Ein schöner Markt mit guter Versorgung“ lautete das Resumé von Städteplaner Gunter Schramm aus der Passantenbefragung. Gleichermaßen positiv fällt der Bericht von Sozialforscher Ralf Zimmer-Hegmann beim Institut ILS aus. Zeugnis ist auch die Verleihung des Stadtmarketingpreises 2016.

Bei allem Lob will der Markt nicht auf den Lorbeeren ruhen: Konsequent werden die zahlreichen Daueraufgaben auch künftig verfolgt. Außerdem sollen -neben einer gezielten ganzheitlichen städtebaulichen Entwicklung sowohl im Marktkern als auch in bedarfsgerechten Wohn- und Gewerbegebieten und der weiteren Entwicklung des Einzelhandelsstandorts-, folgende Themen noch stärker in den Fokus rücken: Barrierefreiheit, Erhalt und weitere Ergänzung des hohen Standards der medizinischen Versorgung, Freizeit-Angebote für Jugendliche und Junge Erwachsene, Stärkung des Schul- und Bildungsstandortes Langquaid, Verbesserung des ÖPNV, ein noch stärkeres Miteinander der Generationen und Kulturen.

Die Ziele und Maßnahmen wurden in der Erstfassung wie in der Aktualisierung erarbeitet und definiert in einem gemeinsamen intensiven Dialog mit Vertretern aus unterschiedlichsten Bereichen wie Wirtschaft, Einzelhandel, Banken, Bildung und Sozialem sowie natürlich auch den Fraktionsvorsitzenden der Marktratsfraktionen und der Regierung von Niederbayern.

Wesentlich dabei war immer auch der Bürgerdialog. Bei Befragungen und Veranstaltungen sowie ganzjährig im Büro Soziale Stadt konnten sich die Bürger aktiv einzubringen. Umfassende Analyse-Schritte wurden für die Neufassung wieder unternommen: Analyse- und Perspektiv-Workshops, Experten-Interviews sowie eine neutrale Passantenbefragung von Bewohnern und auswärtigen Marktgästen Langquaids, durchgeführt durch Büro Planwerk, das den Markt von Anfang an und bei der Aktualisierung fachlich begleitet. aber auch die Aufnahme in eine Fallstudie des ILS- Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH waren maßgebliche Meilensteine.

„Das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept ist kein „starres“ Konstrukt, sondern ein Handlungsleitfaden, der fortlaufend bearbeitet, ergänzt und auch immer wieder im kleinen und großen Rahmen aktualisiert wird“, führte Blascheck abschließend aus. „Mit unserem nun umfassend aktualisierten Handlungsleitfaden werden wir diese auch in Zukunft gemeinsam so erfolgreich fortsetzen“. Sein Dank galt „allen Akteuren, die an der Verwirklichung vieler der gesteckten Ziele so engagiert mitgearbeitet haben und allen, die sich auch aktiv in die Aktualisierung des Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts mit eingebracht haben, allen voran bei unserer Projektmanagerin in der Sozialen Stadt Brigitte Kempny-Graf“. Voraussetzung für die Realisierbarkeit der definierten Ziele sei selbstverständlich auch deren Finanzierbarkeit.

Hintergrund:

Die Soziale Stadt ist ein Bund-Länder-Programm aus der Städtebau-Förderung und wird finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der Länder. Das IHEK erstreckt sich weiterhin über die acht Handlungsfelder „Städtebau, Funktion im Stadtraum“, „Gebäude und Wohnen“, „Wirtschaft, lokale Ökonomie“, „Soziales und Bildung“, „Freiraum, Ökologie“, „Verkehr“, „Image und Tourismus“, „Beteiligung“. Es findet auch weiterhin eine regelmäßige und intensive Bürgerbeteiligung statt sowie, insbesondere im Rahmen von Lenkungsgruppen und Workshops der Dialog mit Vertretern unterschiedlichster Bereiche. Moderiert und fachlich gestützt wurde die Aktualisierung des IHEK durch Städteplaner Gunter Schramm vom Stadtentwicklungsbüro Planwerk, das den Markt von Anfang an fachlich in der Sozialen Stadt begleitet. 2005 wurde im Zuge der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ erstmals ein „Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept“ für den Markt Langquaid erstellt.

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